Informationen zum Projekt

Am Projekt ”Qualitätsentwicklung von Schulen auf Basis internationaler Qualitätsvergleiche” (INIS) waren vierzig Schulen in acht Ländern beteiligt. In dem mit Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung gebildeten internationalen Netzwerk arbeiteten auch drei Thüringer Schulen mit.

Das im Netzwerk von Schulen, wissenschaftlichen Begleitern und Schulentwicklungsberatern entwickelte Instrument soll Schulen helfen, ihren Ist-Stand zu erkennen und auf dieser Basis Schulentwicklung zielgerichtet, systematisch und nachhaltig zu gestalten.

Das Instrument umfasst einen Kriterien- und Fragenkatalog, Instrumente zur Datenerhebung und ein vergleichendes Berichtswesen.

 

Teilbereiche

Das ThüNIS-Instrument hat als prozessbezogene Evaluation eine besondere Bedeutung, denn mit diesem Verfahren lassen sich Sichtweisen verschiedener schulischer Akteure (Schüler, Eltern, Lehrer, Mitarbeiter) auf zentrale schulische Prozesse (wie Unterricht, Schulklima, Qualifikation, Kommunikation und Information, Führung und Management, Leistungsbewertungen u. a.) erfassen.

Mit dem ThüNIS-Ergebnisbericht 2005 wurde das in internationaler Zusammenarbeit entstandene Instrument auf den Thüringer Qualitätsrahmen abgestimmt. In diesem Qualitätsrahmen werden grundsätzlich drei schulische Qualitätsbereiche beschrieben: Kontext-, Prozess- und Wirkungsqualitäten (eine ausführliche Darstellung des Thüringer Qualitätsrahmens finden Sie auf http://www.thueringen.de/th2/tmbwk/bildung/schulwesen/schulentwicklung/).

Der Schwerpunkt des ThüNIS-Instruments liegt besonders auf Aspekten der Prozessqualität. Diese bildet zentrale Anforderungsbereiche schulischer Arbeit (wie Kommunikations-, Unterrichts-, Organisations- und Informationsprozesse) ab. Sie beschreiben sozusagen den Ist-Stand und lassen Rückschlüsse auf den Erfolg der alltäglichen Arbeit zu. Hierbei wird die Schule als ein lernendes und sich entwickelndes System beschrieben. Im Zentrum der Prozessqualität steht der Unterricht, d. h. das Lernen, Lehren, Erziehen, Fördern und Fordern. Eine hohe Unterrichtsqualität kann nur durch die positive Ausprägung weiterer Prozessqualitäten erreicht werden. So bilden z. B. ein gutes Schulklima, eine hoch entwickelte Kommunikations- und Informationskultur, die strategische Ausrichtung auf gemeinsame Ziele oder auch die enge Kooperation mit allen am Schulprozess Beteiligten den Nährboden für eine erfolgreiche schulische Arbeit.

 

Qualitätsrahmen

Das ThüNIS-Instrument bildet folgende Prozessqualitäten bzw. Qualitätsbereiche ab, welchen im Thüringer Qualitätsrahmen eine zentrale Bedeutung zukommt:

  • Lehren und Lernen steht im Zentrum der Prozessqualität (Schule und Unterricht) und liefert Informationen über die Teilbereiche ”Bilden und Erziehen”, ”Fördern und Fordern” sowie ”Beraten und Beurteilen”. Nach dem Thüringer Verständnis von Schulqualität kann eine hohe Unterrichtsqualität nur auf der Grundlage weiterer Prozessqualitäten gewährleistet werden.
  • Schulklima und Schulkultur wird durch die Teilbereiche ”Klima in Lerngruppen”, ”Freundliche und sichere Atmosphäre” und ”Umgang mit Problemen” berücksichtigt.
  • Die Kommunikations- und Informationskultur der Schule wird als Qualitätsbereich Kooperation und Kommunikation durch die Teilbereiche ”Entscheidungsfindung”, ”Kommunikation durch die Schulleitung” und ”Beziehung der Schule nach außen” in die Ist-Stand-Analyse einbezogen.
  • Die strategische Ausrichtung der Schule auf gemeinsame Ziele ist Gegenstand des Teilbereichs Ziele und Strategien.
  • Schließlich ist die Kooperation aller am Schulprozess Beteiligten ein Aspekt, der im Qualitätsbereich Führung und Management Eingang findet.

Ein Teil der durch das ThüNIS-Instrument erfassten Qualitätsbereiche beschreibt den Erfolg bzw. das Ergebnis schulischer Arbeit. Diese werden im Thüringer Qualitätsrahmen der Kategorie „Wirkungsqualitäten“ zugeschrieben. Dies betrifft u. a. den Teilbereich ”Zufriedenheit” sowie ”Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz”. Für die Einordnung der Ergebnisse ist es wichtig zu berücksichtigen, dass es sich bei den erfassten Wirkungsqualitäten um Selbsteinschätzungen handelt, die mit Fragebögen erhoben wurden. Der Thüringer Qualitätsrahmen verweist für die Erfassung der Wirkungsqualitäten auch auf eine diagnostische Analyse und eine vertiefende Interpretation aus Kompetenzmessungen (wie z. B. Kompetenztests, Vergleichs- und Orientierungsarbeiten).

Auf der Grundlage der mit dem ThüNIS-Instrument gewonnenen Selbstevaluationsergebnisse lassen sich fördernde oder hemmende Faktoren im schulischen Prozess, aber auch Stärken und Entwicklungsbedarf der eigenen schulischen Arbeit identifizieren.

 

Durchführung des ThüNIS-Projekts in Thüringen

Die in den Vorjahren teilnehmenden Schulen erhielten postalisch Fragebögen für Schüler und Eltern. Die ausgefüllten Fragebögen wurden anschließend an die Universität Jena gesendet und dort eingelesen. Alternativ haben die Schulen die Möglichkeit der Onlinebefragung für Schüler und Eltern genutzt. Einige Grundschulen setzten auch den neu angebotenen "sprechenden Fragebogen" für Schüler (ein speziell für jüngere Kinder entwickeltes Programm auf CD) und Förderzentren den speziell angepassten Fragebogen für Förderschüler ein.

Die Befragung der Lehrer und schulischen Mitarbeiter erfolgte über das Internet (über das Schulportal).

Nach der Datenauswertung durch die Universität erhielt jede Schule ihren Schulbericht. Diese standen für die teilnehmenden Schulen im Schulportal zum Download bereit.

Verwendete Fragebögen und Schulberichte als Muster:

Zur Unterstützung der ThüNIS-Schulen wurden 2005 in Zusammenarbeit mit Schulämtern und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) Regionalnetzwerke gebildet. In diesen erfolgt ein Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen zur weiteren Arbeit mit den Ergebnissen. Hierbei werden die Schulen von speziell ausgebildeten Schulentwicklungsexperten (Regionalkoordinatoren) begleitet.

 

Zur Unterstützung der ThüNIS-Schulen wurden 2005 in Zusammenarbeit mit Schulämtern und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) Regionalnetzwerke gebildet. In diesen erfolgt ein Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen zur weiteren Arbeit mit den Ergebnissen. Hierbei werden die Schulen von speziell ausgebildeten Schulentwicklungsexperten (Regionalkoordinatoren) begleitet.

 


Weitere Informationen zum ThüNIS-, SEIS- bzw. INIS-Projekt finden Sie auf den Internet-Seiten der Bertelsmann-Stiftung sowie auf den Seiten des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur:

 


 

Die Durchführung und Datenauswertung des Thüringer ThüNIS-Projektes geschieht in Kooperation mit:

 
(Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport)
(Zentrum für Humanwissenschaftliche Forschung, CHR e. V.)
(Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien)
(Bertelsmann-Stiftung)